Gut zu wissen

Corporate Maturity Levels – Queer Diversity

Wie fit ist Ihr Unternehmen, wenn es um queere Chancengleichheit geht?

Absolute Beginner oder Pioneer – wie weit ist Ihr Unternehmen oder Ihre Organisation bei queeren Themen? Mit den „Corporate Maturity Levels – Queer Diversity“ bieten wir Unternehmen ein kostenloses Tool, mit dem Sie Ihr Engagement für Queer Inclusion strukturiert einordnen und weiterentwickeln können.

Potenziale erkennen. Maßnahmen ableiten. Wirkung entfalten.

Die Selbsteinschätzung hilft Ihnen dabei, den Status quo Ihrer Organisation zu verstehen, Entwicklungspotenziale sichtbar zu
machen und konkrete nächste Schritte zu definieren – hin zu einer inklusiveren Arbeitsumgebung.

Übersicht: Corporate Maturity Levels - Queer Diversity

Level treffen Inhalte

Verschaffen Sie sich einen Überblick zu Themenfeldern und möglichen Maßnahmen, die passend zu jedem Level von 1 (Beginner) bis 5 (Pioneer) umgesetzt werden können und erhalten Hinweise, mit denen Sie Ihren Einsatz für Queer Inclusion am Arbeitsplatz fördern.

Antidiskriminierung

Level 1:

Commitment zu Queer Diversity als expliziten Teil der Antidiskriminierungs-Richtlinie

Erfüllung der rechtlichen Mindeststandards des AGG

Level 2:

Thematisierung von queerer Chancengleichheit und Antidiskriminierung in übergeordneten Unternehmensregelungen

Der Schutz vor Diskriminierung und Mobbing aufgrund der sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität ist explizit im Verhaltenskodex oder in vergleichbar übergeordneten Dokumenten festgeschrieben. Umsetzung von Schulungen, Aufbau und Struktur

Level 3:

Fokus auf Verankerung der Richtlinien und Antidiskriminierungsschutz auf europäischer Ebene

Level 4:

Erkennen der gesellschaftlichen Verantwortung rund um Queer Diversity. Schutz vor Diskriminierung wird auch extern ermöglicht (Kund_innen)

Level 5:

Aktive und innovative Umsetzung der gesellschaftlichen Verantwortung in allen Bereichen des operativen Geschäfts unter Einbezug von Lieferant_innen.

Strukturen & Prozesse

Level 1:

Framework für ERG/BRGs; Was ist wichtig/hilfreich für erfolgreiche Netzwerke; Benefits

Level 2:

Veranstaltung interner Events/Aktionen zu Queer Inclusion

Das Unternehmen initiiert Events und interne Aktionen, um das Engagement für Queer Inclusion sichtbar zu machen und weitere Mitstreiter_innen zu gewinnen.

Level 3:

Richtlinie zum Transitionsprozess von trans* Mitarbeiter_innen

Der Prozess der Transition wird durch eine Richtlinie begleitet, in der die wesentlichen Schritte und damit verbundenen Verantwortlichkeiten im Unternehmen beschrieben sind.

Level 4:

Prozesse und Infrastrukturen haben verbindliche Grundlagen, die im Sinne einer Selbstverpflichtung international eingehalten werden müssen.

Level 5:

Geschlechtsneutrale Toiletten in allen Standorten

Nebst Toiletten für Männer, Frauen und Menschen mit Behinderung stehen auch Toiletten für alle Geschlechter zur Verfügung.
Taking Risks

Queeres Netzwerk

Level 1:

Existenz eines queeren Netzwerks oder einer Mitarbeiter_innen-Initiative

Mitarbeiter_innen haben eine Gruppe gegründet, die sich mit dem Themen Queer Inclusion am Arbeitsplatz beschäftigt.

Level 2:

Proaktive Unterstützung der Netzwerkaktivitäten

Das Unternehmen ermöglicht die Arbeit des Netzwerks, z.B. durch Kommunikationstools, Räumlichkeiten oder finanzielle Ressourcen.
Interne Visibilität (Kommunikation und offizielle Anerkennung)
Ansprechpersonen
Interne Events

Level 3:

Vorhandensein eines Ally-Programms

Queer Allies solidarisieren sich mit queeren Menschen und machen sich für sie stark – vor allem in Situationen, in denen sie es selber nicht sein können. Menschen, die sich nicht als Queer identifizieren genauso wie nicht geoutete Mitglieder der queeren Community können sich für queerer Teilhabe am Arbeitsplatz als Botschafter_in und Unterstützer_in engagieren. Das Programm fördert ein sicheres, inklusives Arbeitsumfeld, indem es u.a. sichtbare Zeichen für die queere Community setzt.

Strukturen
Internationale Zusammenarbeit
Externe Visibilität (Events, Kommunikation)

Level 4:

Nutzung des Netzwerks als Businessressource und Beratungsstelle

Das queere Netzwerk wird de facto als Ressource für das Unternehmen anerkannt, steht in engem Austausch mit der Personal-, Marketing- und Businessabteilung und berät diese zu Themen wie z.B. Employer-Branding für die queere Zielgruppe oder die Erschließung neuer Kund_innengruppen.
Externe Vernetzung
Logo-Nutzung
Internationale Initiativen
Diversität des Kernteams

Level 5:

Systematische Anerkennung der Netzwerkarbeit, z.B. als Arbeitszeit oder in Entwicklungszielen

Der Mehrwert des Engagements für die queer Inclusion am Arbeitsplatz wird wahrgenommen und entsprechend behandelt, z.B. in Form von Arbeitszeitausgleich oder als wichtiger Bestandteil der persönlichen Ziele in Jahres-/Feedbackgesprächen (ggf. mit Boni oder Beförderung verbunden).
Cross-Company Events
Vertretung des Unternehmens nach außen
hoher Bekanntheitsgrad im Unternehmen
Größe des Netzwerks

Kommunikation

Level 1:

Bestandsaufnahme, Bedarfe klären
Austausch zwischen Diversity Management/Marketing & Comm und Netzwerk
Intern

Level 2:

Kommunikation zu queeren Feiertagen wie IDAHOBIT, Coming Out Day, Trans* Day of Visibility, … und zu Sichtbarkeit/Engagement des Netzwerkes

Das Unternehmen informiert die Belegschaft über die jeweiligen Feiertage (z.B. im Newsletter oder im Kalender) und positioniert das Engagement auch extern, etwas über Social Media oder die Beteiligung bei unternehmensübergreifenden Kampagnen.
Intern/Extern

Level 3:

Ermutigung zur Verwendung von bevorzugten Pronomen, z.B. in der Signatur oder im Intranet

Mitarbeiter_innen können ihr bevorzugtes Pronomen in der Signatur, im Intranet und HR-System verwenden und werden sogar dazu motiviert.
Leitfaden
Extern Deutschland

Level 4:

Interne Kommunikation Europa Amerika

Level 5:

Gendersensible Sprache in der externen Kommunikation

Das Unternehmen kommuniziert mit Kund_innen und Geschäftspartner_innen ebenso genderinklusiv wie auf der Webseite und im Geschäftsbericht.
Externe Kommunikation weltweit

Top Management Unterstützung

Level 1:

Queer Diversity als Teil der Diversity-Strategie

Die Dimension Queer Diversity wird offiziell als Teil der Unternehmensstrategie anerkannt. Dementsprechend wird ein wesentlicher Teil des Budgets für Queer-Inclusion-Maßnahmen verwendet.

Level 2:

Executive Sponsorship für die Dimension Queer Diversity

Eine Person aus dem Vorstand oder Vorstandsebene 1 engagiert sich intern wie extern für mehr Queer Inclusion, indem sie z.B. auf Veranstaltungen spricht, dem Netzwerk Türen öffnet und extra Budgets ermöglicht.

Level 3 :

Engagement von sichtbar geouteten Führungskräften für Queer Inclusion

Im Unternehmen gibt es queere Führungskräfte, die als Vorbilder für die Community agieren. Sie unterstützen die Queer-Diversity-Initiativen und sind Ansprechpartner_innen für Queer-Inclusion-Themen.

Level 4:

Explizite Queer Diversity Strategie

Die Dimension Queer Diversity wird nicht nur als Teil einer allgemeinen Diversity & Inclusion Strategie wahrgenommen, sondern bekommt eine eigenständige Strategie. Dazu gehören für sich stehende Maßnahmen und Initiativen, die externe queere Bewerber_innen, Geschäftspartner_innen und Lieferant_innen ansprechen – und die queere Belegschaft unterstützen.

Level 5:

Persönliches Engagement des Top-Managements für queere Themen

Top Executives nehmen aktiv & persönlich Stellung zu queeren Themen im Sinne von advocates / besser: engagierten Befürworter_innen und nutzen ihre Visibilität und ihr Netzwerk für das Thema.

„Out in the World“ Model

„Out in the World: Securing LGBT Rights in the Global Marketplace“ ist eine Studie von 2016, die Queer Inclusion am Arbeitsplatz auf globaler Ebene untersucht. Die Welt wird dabei in drei Kategorien eingeteilt: Länder mit queerfeindlichen, Länder mit queerunfreundlichen und solche mit queerfreundlichen Gesetzen. Die Studie zeigt Wege auf, wie internationale Unternehmen mit Präsenz in Ländern, die nicht queerfreundlich sind, trotzdem einen positiven Einfluss auf die Situation queerer Menschen nehmen können.

Unterschieden werden drei Modelle des Unternehmensengagements:

  • When in Rome: Unternehmen halten sich an die Normen und Gesetze vor Ort.
  • Embassy: Unternehmen setzen Pro-Queer-Richtlinien am Arbeitsplatz durch, nicht aber außerhalb der Organisation.
  • Advocate: Unternehmen versuchen, eine Veränderung der kulturellen Einstellungen zu queeren Themen auch außerhalb des Arbeitsplatzes zu bewirken.

Mehr dazu hier.

Level 1:

In Deutschland und weltweit nur was gesetzlich erforderlich ist (When in Rome)

Level 2:

In Deutschland interne Masßnahmen zu Queer Inclusion und Europa/Nordamerika mehr als das Gesetz erfordert – Embassy

Der Rest der Welt – Rome

Level 3:

Internes Pro-Queer-Diversity-Engagement am deutschen Standort sowie Umsetzung lokaler Normen und Gesetze an ausländischen Standorten

Interne Maßnahmen zu Queer Inclusion – mehr als das Gesetz erfordert – weltweit

Level 4:

Advocacy – externes pro-Queer-Diversity-Engagement in Ländern, in denen queer sein nicht kriminalisiert ist

Embassy Model in anderen Ländern

Level 5:

Internes sowie externes Pro-Queer-Diversity-Engagement an allen Unternehmensstandorten – Advocac

Externe Positionierung

Level 1:

Zeichen setzen für die Unterstützung der queeren Community

Level 2:

Zeichen setzen für die Unterstützung der queeren Community

Unterzeichnung von  queer-spezifischen Commitments

Level 3:

Teilnahme an Pride Events

Gezielte Recruiting-Maßnahmen für queere Talente

Level 4:

Aktives Sponsoring bzw. Pro-bono-Unterstützung von queeren Non-Profit-Organisationen

Corporate Advocacy: Unterstützung politischer Lobbyarbeit von NGOs zum Thema Queer Diversity

Level 5:

Überprüfung der Queer Inclusion Maßnahmen bei Lieferant_innen und Geschäftspartner_innen

Trainings

Level 1:

Diversity-Training mit queeren Inhalten (freiwillig)
Angebote zu Unconcious Bias Training
Gründungsworkshop für queere Netzwerke

Level 2:

Queer Diversity Training
Sensibilisierung für HR
Gedanken über spezielle Trainingsangebote für Queer Diversity
Strategie-Workshop für das Netzwerk

Level 3:

Thematisierung von queeren Belangen in Trainings

Queer Inclusion wird als Teil eines Trainings für Führungskräfte bzw. die ganze Belegschaft oder regelmäßig als separates Training angeboten.
Besondere Sensibilisierung zu Queer Diversity für
– Führungskräfte
– Allies
– Recruiter
– Beschwerde Stelle
– Betriebsrat
erste Angebote speziell für queere Mitarbeitende
– Coming Out Seminar
– Coming Out Support Seminar
– Train the Trainer

Level 4:

Reverse-Mentoring-Programm für Executives zu Queer Diversity

Beim Reverse Mentoring schlüpfen Junior-Mitarbeiter_innen in die Rolle der Mentor_innen – und vermitteln Führungskräften ein persönliches Verständnis für queere Themen.
– Verpflichtende queere Trainings für Führungskräfte
– Vorstand Sensibilisierung
– freiwilliges e-learning zu Queer Diversity
– Onboarding
– Mentoring für queere Themen

Level 5:

Entwicklungsprogramm für queere Führungskräfte

Queere Mitarbeiter_innen können an spezifischen Queer-Diversity-Entwicklungsprogrammen teilnehmen, wie z.B. Leadership Development Programm, Masterclasses und MBA Fellowship.
– E-learning zu Queer Diversity verpflichtend und regelmäßig aktualisiert
– Queer Diversity bei anderen Trainings mitgedacht
– Queer Diversity als Teil des normalen Training-Curriculums
– Kommunikation darüber
– Budget für die Förderung queerer Mitarbeiter_innen und Trainings zu Queer Diversity

Queer Diversity KPIs

Level 1:

Diversity-Perspektiven in MA-Umfragen

Level 2:

Benchmarking in Form von Bewerbung für Queer Network Awards, Max Spohr Preis, u.Ä.

Teilnahme an verschiedenen Rankings, in denen das Engagement für Queer Inclusion bewertet und mit anderen Teilnehmer_innen verglichen wird.

Level 3:

Reporting intern

Level 4:

Aufsetzen von eigenen Queer Diversity KPIs zur Messbarkeit von Erfolg

Verwendung verschiedener Leistungskennzahlen, um die Fortschritte bei den Queer Inclusion-Maßnahmen zu messen, z.B.:

  • Größe des queeren Netzwerks
  • Anzahl der queeren Mitarbeiter_innen
  • Anteil der Bewerbungen mit queerem Hintergrund
  • Anteil der Beförderungen von queeren Mitarbeiter_innen
  • Anzahl der Teilnehmer_innen an queeren Veranstaltungen

Dies führt zu einem ständigen Verbesserungsprozess im Unternehmen.

Level 5:

Selbstidentifikation* queerer Menschen als Angebot in der Unternehmensdatenbank

Die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität ist eine unsichtbare Dimension der Vielfalt und kann nur gemessen werden, wenn Mitarbeiter_innen die Möglichkeit haben, sich selbst zu identifizieren. Selbstredend freiwillig – diejenigen, die dies tun, erfahren ein höheres Maß an Zufriedenheit und Stolz auf die Zugehörigkeit zu ihrem Unternehmen.
Out am Arbeitsplatz sein zu können, hat einen positiven Einfluss auf Engagement, Loyalität und Produktivität.

*die datenschutzrechtlichen Risiken und Auswirkungen der Erhebung sund zu beachte

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