Gemeinsam.Füreinander.Einstehen.
„[…] Gemeinsam, weil wir alle hier im Raum Teil der Vielfalt sind, und nur zusammen eine wirklich offene Gesellschaft und Unternehmenskultur schaffen können. Füreinander, weil wir als Allies aufgefordert sind, für andere die Hand und das Wort zu erheben. Und einstehen, weil ich uns alle auffordern möchte, dies nicht nur heute, sondern jeden Tag zu tun. […]“ – Xavier Ros, Arbeitsdirektor und Mitglied des Vorstands der AUDI AG für den Geschäftsbereich Personal.
Mit diesem starken Statement im Rahmen seiner Keynote begrüßte Xavier Ros das Publikum der PROUT AT WORK-Konferenz 2026 bei Lead Partner Audi in Ingolstadt und virtuell vor den Bildschirmen. Unter dem Motto „Gemeinsam.Füreinander.Einstehen.“ nahmen in diesem Jahr wieder viele Interessierte am Fach- und Branchenevent teil, um sich auszutauschen und neue Engagierte kennenzulernen sowie alte Bekannte wiederzusehen.
Die PROUT AT WORK-Konferenz 2025 in Zahlen
Ein neuer Rekord: 229 Teilnehmer_innen aus 83 Unternehmen und Organisationen. Zweitägiges Programm mit zwei Keynotes, zwei Panelgesprächen, zwei Interviews und acht Breakout Sessions. Interessierte aus ganz Deutschland und darüber hinaus fanden sich im Audi Forum Ingolstadt ein, um an interaktiven Breakout Sessions teilzunehmen, in großer und kleiner Runde zu diskutieren sowie Vorträge von inspirierenden Speaker_innen mit ins eigene Unternehmen oder die Organisation zu tragen. Um die Veranstaltung inklusiver zu gestalten und weiterzuentwickeln, gab es in diesem Jahr wieder Gebärdensprachdolmetscher_innen vor Ort, die die Konferenzbeiträge auch für taube Personen zugänglich machten.
„In den aktuellen Zeiten ist es unheimlich heilsam, sich in eine Bubble zu begeben, in der alle dieselben Werte vertreten und dafür einstehen. Danke, dass ihr diesen Raum schafft!“ – anonyme_r Konferenz-Teilnehmer_in
„Es waren zwei sehr gelungene Tage. Ich habe viel von anderen Netzwerken oder von den Speakern mitnehmen können für mein eigenes Engagement innerhalb der Firma und hatte sehr interessante Gespräche. Die Organisation war wirklich super. Ein riesen Dankeschön an das Audi-Team und an PROUT AT WORK!“ – anonyme_r Konferenz-Teilnehmer_in
Passend zum Thema setzten neben externen Speaker_innen auch zahlreiche Unternehmensvertreter_innen Akzente, die die Teilnehmer_innen mit Best Practices aus ihren jeweiligen Unternehmen versorgten und durch ihre Inhalte zum Nachdenken anregten.
Ein Dank gilt Lead Partner Audi sowie den unterstützenden Unternehmen Boehringer Ingelheim, Deutsche Bank, GEA, Pfizer und Rewe, die die PROUT AT WORK-Konferenz 2025 ermöglichten. Aufzeichnungen der Beiträge und Einblicke in die Veranstaltung finden Interessierte auf der Konferenz-Website.
Moderation
Panelgespräche
Wie bleibt man wirksam, wenn Diversity polarisiert?
Speaker_innen und Moderation
Wie im Jahr zuvor wurde das Publikum im Rahmen eines Townhalls wieder direkt mit in Diskussionen einbezogen. Unter dem Thema „Allyship“ fand das offene Gesprächs- und Austauschformat mit unterschiedlichen Perspektiven – von Privatwirtschaft, über öffentlichen Dienst bis hin zu Vereinsstrukturen – statt. In einer ehrlichen Diskussion wurde die Frage erörtert, wie Allyship heute wirkt und wo es an seine Grenzen stößt – insbesondere in einer Zeit, in der Diversity zunehmend polarisiert. Zum Abschluss teilten die Panelist_innen ihre persönliche Motivation für ihr Schaffen und gaben dem Publikum so weitere Reflexions- und konkrete Anknüpfungsmöglichkeiten, um das eigene Engagement zu vertiefen.
„Wenn ihr kein Commitment und keinen Auftrag von oben habt, dann zurück auf Los und nochmal anfangen. Weil es ist wahnsinnig schwierig, gegen die oberste Führungsebene Diversity zu implementieren. Da kommt man relativ schnell an die Grenzen […] Man muss sich überlegen, was sind denn die Motive, die motivieren ein Thema zu unterstützen?“ – Michaela Jaap, Head of Corporate Culture & Responsibility, Hays
Pride Day Contest
Speaker_innen und Moderation
Ludwig Maximilian Hoffmann (he/him), Leiter Prozess-und Kommunikationsmanagement Vertrieb, Rewe
Faith Obioma (she/her), DEI Managerin, Henkel
Sebastian Honeck (he/him), Product and Marketing Manager Amines for Life Science, BASF
Laura Vollmer (she/her), Product Manager Pharma, BASF
Enea Cocco (he/him), Project Lead, PROUT AT WORK
Im fünften Jahr stellten wir auf der PROUT AT WORK-Konferenz besondere Aktionen des PRIDE DAY CONTEST vor. In einem sechswöchigen Aktionszeitraum um den PRIDE DAY GERMANY konnten Unternehmen ihre Aktivitäten von, mit und für die queere Community in der eigenen Organisation einreichen. Im Anschluss wurden in einem öffentlichen Voting die drei Publikumslieblinge ermittelt. Diese drei Publikumslieblinge wurden auf diesem Panel vorgestellt und bekamen die Möglichkeit, ihr Engagement selbst zu beschreiben.
Die Aktionen der Netzwerke von BASF und HENKEL setzten auf Dialogräume und Einladungen, mit der jeweiligen queeren Community im Unternehmen in den Austausch zu treten. Ob Flaggen unterschreiben, Schnürsenkel oder T-Shirts tragen: Zeichen der Solidarität platzieren oder anlegen und sich damit für queere Menschen positionieren. Die Postkartenaktion von REWE, die mit geläufigen Mikroagressionen spielerisch umgeht, beinhaltete nebenbei noch eine klassische Reflexionsübung und war somit zugleich ein „Bildungsangebot“.
„Es ist aktuell eine Politik, eine gesellschaftliche Situation, die sich verändert, spürbar verändert, und ich glaube gestern wurde es gesagt, jetzt erst recht, wir müssen wieder da sein, wir müssen an den Kantinen stehen, wir müssen sichtbar sein, wir dürfen nicht aufhören, laut zu sein. Und deswegen ist es aus meiner Sicht wichtiger denn je, eben jetzt in den analogen Formaten mit den Leuten ins Gespräch zu kommen und zu zeigen, dass wir nicht aufhören, für unsere Rechte und für uns alle einzustehen.“ – Laura Vollmer, Product Manager Pharma, BASF
Interviews
Unternehmenswerte leben
Speaker
Detlev Blenk und Albert Kehrer sprachen darüber, wie IKEA mit konkreten Aktionen für die selbst definierten Werte einsteht und somit einen Beitrag für eine offene und pluralistische Gesellschaft leistet. Zum Abschluss des Interviews und zur Überraschung des Vorstandsvorsitzenden wurde der Stiftung zudem ein Scheck in Höhe von 25.000,00€ überreicht.
„Einer unserer Grundwerte, den wir haben, nennt sich ‚tillsammans‘. Das ist so übersetzt etwa wie Zugehörigkeit, Gemeinschaftsgefühl, Gemeinschaftsgeist. Und das ist etwas, was uns sehr, sehr stark trägt und zu einer engen Gemeinschaft auch macht. Ein zweiter Wert heißt ‚Anders aus gutem Grund‘. Damit wollen wir ausdrücken, dass wir mutig sein wollen, dass wir Normen hinterfragen und manchmal auch brechen wollen. Wir wollen Einzigartigkeit feiern und dementsprechend auch Lösungen suchen dabei.“ – Detlev Blenk, Country Equality, Diversity and Inclusion Manager bei IKEA Deutschland
Begrüßung und Netzwerkvorstellung
Speakerin
Zur Konferenzeröffnung sprach die Marketingleiterin von Audi Deutschland, Linda Kurz, in ihrer Keynote und einem kurzen Interview mit Albert Kehrer über die Bedeutung von Vielfalt und Queer Inclusion innerhalb des Unternehmens. Anschließend stellte sich das queere Netzwerk von Audi queer&friends@audi vor und gab dem Publikum Einblicke in ihre Arbeit und Verankerung im Konzern.
„Angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen […] ist es für uns wichtiger denn je, als Unternehmen auch mit Klarheit aufzuzeigen, wir bei Audi, wir stehen für Vielfalt, für Chancengleichheit und auch für Inclusion. Und diese Werte sind für uns ganz klar in der Unternehmenskultur und unserer Unternehmensstrategie auch verankert.“ – Linda Kurz, Marketingleitung, Audi Deutschland
Keynote
Appell an Unternehmen
Speakerin
Zum Abschluss der PROUT AT WORK-Konferenz 2025 richtete die neue Queer-Beauftragte der Bundesregierung Sophie Koch klare Worte an das Publikum und nahm dabei Unternehmen in die Pflicht.
„Unternehmen können und müssen […] gestaltende Kräfte sein. Denn sie können Orte schaffen, an denen Menschen nicht nur arbeiten, sondern leben und frei schaffen können, an denen Menschen Menschen sein können. Und sie können zeigen, dass ökonomischer Erfolg und gesellschaftlicher Fortschritt keine Gegensätze sind. Im Gegenteil, sie bedingen einander.“ – Sophie Koch, Queer-Beauftragte der Bundesregierung
Breakout Sessions
Toxische Unternehmenskultur verhindert Diversity
Speakerin
Toxische Unternehmenskulturen behindern Vielfalt, indem sie Ausgrenzung, Machtmissbrauch und Schweigespiralen fördern. In der Session analysierten die Teilnehmer_innen typische Dynamiken sowie Warnzeichen und diskutierten konkrete Strategien für Führungskräfte und Teams, um Diversity nachhaltig zu stärken.
Einsamkeit in queeren Communities
Speakerin
Einsamkeit ist kein individuelles Problem, es ist ein strukturelles. Auf der PROUT AT WORK-Konferenz 2025 sprach Lilith Raza über ein Thema, das oft unsichtbar bleibt: Einsamkeit in queeren Communities. Warum betrifft sie so viele? Welche Rolle spielen Unternehmen, Netzwerke und sichere Orte dabei? In dieser interaktiven Session wurde über Verbundenheit gesprochen, damit niemand allein bleibt.
“Ach das war doch nur ein Witz?!“ – Wenn Sprache Grenzen überschreitet.
Speaker_innen
In dieser Session ging es um abwertende Bemerkungen und grenzüberschreitende Sprache im Arbeitsalltag – oft getarnt als „Spaß“. Es wurde ein Raum geschaffen, in dem persönliche Erfahrungen geteilt werden konnten, ohne zu bewerten.
Die drei Mitarbeitenden-Netzwerke queer&friends@audi, women@audi und dads@audi zeigten, dass dieses Thema uns alle betrifft – unabhängig von Geschlecht, Herkunft, sexueller Orientierung oder familiärer Rolle. Die Teilnehmenden wurden eingeladen, sich aktiv zu beteiligen und zu erfahren, welche Anlaufstellen und Angebote es im Unternehmenskontext gibt, die Unterstützung bieten können.
Diversity & psychische Gesundheit
Speaker
In seiner Masterclass beleuchtete Prof. Dr. Schürmann-Vengels, ein Pionier auf diesem Forschungsgebiet, eindrucksvoll die besonderen Herausforderungen und erhöhten psychischen Belastungen, mit denen Angehörige der queeren Community im Alltag konfrontiert sind. Dabei ging er sowohl auf gesellschaftliche als auch auf strukturelle Einflussfaktoren ein – von Diskriminierungserfahrungen über mangelnde Sichtbarkeit bis hin zu Barrieren im Gesundheitssystem. Mit wissenschaftlicher Tiefe und großer Sensibilität zeigte er auf, wie psychische Belastungen entstehen – und was es braucht, um queere Menschen gezielt im betrieblichen Kontext zu stärken und zu unterstützen.
Im Anschluss an den fachlichen Impuls lud PD Dr. Luis Escobar, Mental Health Officer der AUDI AG, zu einem offenen Dialog ein, in dem das Publikum die Möglichkeit hatte, Fragen zu stellen, eigene Perspektiven einzubringen und gemeinsam mit Prof. Dr. Schürmann-Vengels in den Austausch zu gehen.
Privilegien, Chancen, Allyship
Speaker_innen
Menschen sind facettenreich – sie bringen individuelle Kombinationen aus Merkmalen, Erfahrungen und Lebensumständen mit, die ihre Realität prägen. Vieles davon liegt außerhalb unserer Kontrolle oder geschieht unbewusst. Doch was bedeutet das für unseren Alltag, unsere beruflichen Chancen und unser gesellschaftliches Miteinander? In ihrer Breakout Session setzten sich Daniel Danzl und Frauke Bareiss mit dem Phänomen von Privilegien sowie deren weitreichenden Auswirkungen auseinander. Die Teilnehmenden wurden durch theoretische Impulse, praxisorientierte Methoden und offene Diskussionen begleitet, um eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema Privilegien zu ermöglichen und Perspektiven für einen reflektierten sowie verantwortungsbewussten Umgang – etwa im Rahmen von Allyship – aufzuzeigen.
Inside dbPride: Ask. Share. Connect.
Speaker_innen
Diese Session richtete sich an alle Netzwerker_innen, die sich schon immer fragten, wie sie ihr Netzwerk sichtbar(er) machen und (mehr) Wirksamkeit entfalten können. In dieser interaktiven Session wurden spannende Einblicke in die Netzwerkarbeit von dbPride, dem queeren Netzwerk der Deutschen Bank, das in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum feiert, geteilt. Im “Ask me Anything” wurden Fragen beantwortet und Best Practices aus der Netzwerkarbeit geteilt. Gemeinsam wurden Ideen, Inspiration und neue Impulse für die Netzwerkarbeit gesammelt.
Vorbildlich Queer?! Ein Lunch Talk über Sichtbarkeit, Empowerment und die Kraft der Netzwerkarbeit
Speaker
Im Rahmen der PROUT PERFORMER lädt unser Vorstand Albert Kehrer regelmäßig inspirierende Role Models aus der queeren Community und Arbeitswelt zu virtuellen Lunch Talks ein. In dieser Lunch Talk-Sonderedition sprach Bernd Krajnik, Partner bei EY-Parthenon und von 2022-2025 Co-Präsident des Swiss LGBTI-Labels, gemeinsam mit Albert Kehrer über Vorbilder, Sichtbarkeit und das Engagement zu queeren Themen am Arbeitsplatz in der Schweiz. Das Publikum konnte vor Ort Fragen stellen und in den Austausch treten.
Podcast Live-Aufzeichnung: Inklusion am Arbeitsplatz: Warum es nicht nur um Barrierefreiheit geht.
Speaker_innen
Die Podcast Hosts Felicia & Enea sprachen mit Sabina Ahmed über intersektionale Perspektiven auf Vielfalt und traten nach der Aufzeichnung mit dem Publikum in den Austausch, um ihre Perspektiven auf eine inklusive Arbeitswelt zu teilen.
Mehr Impressionen zur PROUT AT WORK-Konferenz 2025 findet Ihr im Rückblick.
Wir bedanken uns herzlich für die freundliche Unterstützung bei:
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