International Transgender Day of Visibility

Zum diesjährigen Transgender Day of Visibility teilen wir mit Euch einfache Tipps und Vorschläge, mit denen Ihr zu einem Ally für trans* Menschen werden könnt. Ihr fragt Euch, was ein Ally ist und wollt mehr zum Thema #TDOV erfahren? Dann haben wir hier ein paar nützliche Informationen für Euch zusammengetragen.

#TDOV

Der Transgender Day of Visibility (kurz: TDOV) wird seit 2009 jährlich am 31. März gefeiert und legt den Fokus auf die Sichtbarkeit von trans* Menschen. Wieso? Ganz einfach: trans* Menschen werden nach wie vor diskriminiert, benachteiligt und erfahren im öffentlichen Leben wenig Aufmerksamkeit. Deshalb wird dieser Tag genutzt, um auf Missstände hinzuweisen, sich für trans* Menschen einzusetzen und sie zu feiern.

  • trans* stellt einen Sammelbegriff dar, bei dem das * stellvertretend für die vielen Bezeichnungen und Ausprägungen von Geschlecht und geschlechtlicher Identität, die weit über transsexuell, transident, etc. hinausgehen.

„Was kann ich als Ally tun, um trans* Menschen
zu unterstützen?“

Was ist überhaupt ein Ally?

Generell sind Allies Verbündete, also Menschen, die sich anderen gegenüber solidarisch zeigen. Bei LGBT*IQ-Allies geht es grundsätzlich um die Solidarisierung mit Menschen, die aufgrund ihrer Identität, in Bezug auf Geschlecht, Ausdruck und Sexualität, gesellschaftliche Benachteiligung und/oder Diskriminierung erfahren.

Für die Solidarisierung mit und Unterstützung von trans* Menschen gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Dabei stellen die hier angeführten Beispiele nur einen Auszug und keine vollständige Liste dar. Vielmehr sind die Tipps als Inspiration zu verstehen, um sich bewusster mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Informieren:

Suche explizit nach trans* relevanten Themen im Internet.

Zum Einstieg können hier Filme, Reportagen, Internetseiten oder Social-Media-Kanäle für eine erste Annäherung an das Thema hilfreich sein. Zur Vereinfachung haben wir Dir hier einige interessante sowie informative Beispiele aus unterschiedlichen Kategorien herausgesucht:

  • Becoming a Visible Man (2004): Autobiographie und Kommentar von Jamison Green.
  • Blaue Augen bleiben blau: Mein Leben. (2010): Biographie von Balian Buschbaum.
  • Eine fantastische Frau (2017): Oscarprämierter Film über eine trans* Frau.
  • Girl (2018): Spielfilm über ein fünfzehnjähriges trans* Mädchen.
  • Romeos (2011): Spielfilm um einen schwulen trans* Mann.

Nutze eine genderinklusive Sprache.

Sprache hat einen direkten Einfluss auf unser Denken sowie unsere Wahrnehmung und schafft dadurch Realitäten. Genderinklusive und -gerechte Sprache ist also ein wesentlicher Faktor für einen diskriminierungsfreien Umgang miteinander und fördert aktiv die Gleichstellung aller Geschlechter. Momentan arbeiten wir an der Veröffentlichung eines Leitfadens für eine genderinklusive und -gerechte Sprache. Sobald dieser auf unserer Website zur Verfügung steht, lassen wir es Dich wissen.

Eine konkrete Anlaufstelle stellt fair language dar, die beispielsweise ein Browser Plugin anbieten, das automatisch alternative genderinklusive Formulierungen vorschlägt. Wer eine Übersicht zu Alternativen für bestimmte Begriffe sucht, kann online beim Genderwörterbuch fündig werden. Darüber hinaus haben wir im Rahmen der Einführung der dritten Option einen HOW TO: Guide herausgebracht, der sich unter anderem mit genderinklusiven Alternativen zu gängigen Formulierungen beschäftigt.

Kennst du eine trans* Person in deinem Umfeld?

Du kennst eine oder mehrere trans* Person(en), weißt aber nicht, wie du sie ansprechen sollst? Dann sind die Vorschläge zum Punkt “Kommunizieren” hoffentlich hilfreich.

Du kennst keine trans* Person? In Zeiten von Social Media ist es einfacher geworden: Suche beispielsweise mit dem Stichwort “trans*” nach passenden Profilen auf Instagram und trete so mit ihr in Kontakt. Alternativ kannst du dich auch über Veranstaltungen für LGBT*IQ-Menschen informieren. Die Wahrscheinlichkeit dort mit einer trans* Person ins Gespräch zu kommen ist sehr viel größer.

Kommunizieren:

Benutze die Pronomen, die eine trans* Person für sich verwendet.

Frage die Person nicht nach ihrem “echten” oder “alten” Namen und den dazugehörigen Pronomen. Respektiere, dass sie diesen abgelegt hat. Benutze einfach das gewünschte Pronomen, nicht Deine Vermutung. Bei jeglicher Unsicherheit bist Du schon beim nächsten Punkt.

Habe keine Angst davor Fragen zu stellen, die du auch beantworten würdest.

Wenn Dir etwas unklar ist: Frage höflich nach. Dabei gilt, dass Du jede Frage, bei dessen Beantwortung Du dich selbst unwohl fühlst, einfach nicht stellst.

Wir alle nutzen sie, aber vermeide Aussagen basierend auf Stereotypen über trans* Menschen.

Ganz allgemein geben uns Stereotype Sicherheit, indem sie unsere Umwelt ordnen und uns ein positives Zugehörigkeits- sowie Selbstwertgefühl verschaffen. Dadurch grenzen wir uns von anderen ab, können “das Andere” allerdings auch abwerten. Wenn es beispielsweise um Geschlechterstereotype geht, können Aussagen wie “Du siehst aber aus wie eine echte Frau!” oder “Solche Kleidung trägt kein richtiger Mann.” verletzend für trans* Menschen sein. Denn: der eigene geschlechtliche Ausdruck ist individuell. Akzeptiere die Person so, wie sie ist.

Handeln:

Setze dich für die Rechte und gegen die Diskriminierung von trans* Menschen ein.

Nachdem Du dich bereits informiert hast, kannst du jetzt in Aktion treten. Beispielsweise durch die Teilnahme an Demonstrationen, eine Spende an Organisationen oder der ehrenamtlichen Tätigkeit in Vereinen. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten sich für die Rechte und gegen die Diskriminierung von trans* Menschen einzusetzen. Recherchiere dazu weiter im Internet. Hier haben wir für Dich nur einen kleinen Auszug:

  • trans* – Ja und?: Das Projekt wird vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und setzt sich für Empowerment und gegen Diskriminierung von jungen trans* Menschen ein.
  • Transmann e.V.: Ein bundesweiter und gemeinnütziger Verein für Frau-zu-Mann (FzM/FtM) Trans* und Inter*-Personen.
  • TransInterQueer e.V.: Dabei handelt es sich um einen Verein, der sich für trans*, inter* und queer Menschen einsetzt.
  • PROUT AT WORK-Foundation: Wir setzen uns auch für die Chancengleichheit von trans* Menschen am Arbeitsplatz ein und arbeiten dafür eng mit Unternehmen und LGBT*IQ-Netzwerken zusammen.

Besuche eine Informationsveranstaltung zum Thema trans* in deiner Umgebung.

In deiner Umgebung gibt es sicherlich eine passende Veranstaltung. Egal ob Filmfestival, Themenabend oder ein “Stammtisch” Treffen. Die bereits angeführten Websites verweisen auf bevorstehende Termine, an denen auch Du teilnehmen kannst. Informiere dich aber vorher, ob die Veranstaltungen auch wirklich für alle offen sind. Wenn nicht, respektiere das und frage einfach nach anderen Terminen, an denen Du teilnehmen kannst. Werde kreativ und halte die Augen offen!

Bleibe interessiert und bilde dich stetig weiter.

Gebe dich nicht mit einmal gelerntem Wissen zufrieden. Jede trans* Person ist genauso einzigartig und individuell wie Du! Lass dich auf sie ein und behandle sie so, wie Du auch behandelt werden möchtest.