Generation Rainbow Survey 2026

Die Debatten um Vielfalt und Inclusion werden derzeit lauter – und offenbar auch rauer. Eine von PROUT AT WORK in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass queere und nicht-queere Menschen in Deutschland eine deutliche Verschlechterung der gesellschaftlichen Tonalität rund um Chancengleichheit und Diversität wahrnehmen. Gleichzeitig steigt die Relevanz des Themas in unserer Gesellschaft weiterhin an.

Am PRIDE DAY GERMANY 2026 – dem von PROUT AT WORK ins Leben gerufenem Aktionstag für die Sichtbarkeit queerer Vielfalt in der Arbeitswelt – veröffentlicht die Stiftung eine neue Studie zu Chancengleichheit und Diversität am Arbeitsplatz.

Rund die Hälfte der queeren Befragten empfindet die Tonalität der Diskussionen um Chancengleichheit und Diversität in unserer Gesellschaft als negativ. Bei den nicht-queeren Befragten sind es knapp ein Drittel. 60% der queeren und 44% der nicht-queeren Befragten geben an, dass sich die Tonalität in Diskussionen über Chancengleichheit und Diversität in unserer Gesellschaft in den letzten fünf Jahren verschlechtert hat.

„Diese Zahlen spiegeln sich auch in den aktuellen Polizeistatistiken zu Hasskriminalität gegenüber queeren Menschen wider“, so Albert Kehrer, Vorstandsvorsitzender von PROUT AT WORK. Besonders auf Social Media nehmen wir verstärkt Hassrede wahr. Dies sollte ein Alarmsignal für uns sein, denn auf Worte können auch Taten folgen.“

Unternehmen haben Nachholbedarf

Obwohl 55% der Deutschen Chancengleichheit und Diversität in unserer Gesellschaft für relevant oder sehr relevant halten, ist diese Relevanz in den Unternehmen noch nicht voll angekommen. 29% der Befragten geben an, dass Chancengleichheit und Diversität in dem Unternehmen, in dem sie tätig sind, gar nicht bzw. nicht relevant ist. Dabei hat die Förderung von Vielfalt im Unternehmen einige Vorteile. Mitarbeitende von Unternehmen, in welchen Chancengleichheit und Diversität eine hohe Relevanz haben, sind deutlich zufriedener: 81% aller Beschäftigter (queer und nicht-queer) geben hohe bis sehr hohe Zufriedenheitswerte an – im Gegensatz zu 52% bei Unternehmen, in welchen Chancengleichheit und Diversität niedrige Relevanz attestiert wird.

Die Studie macht damit einen zentralen Widerspruch sichtbar: Während die gesellschaftliche Diskussion über Diversität zunehmend polarisiert erscheint, bleibt Vielfalt für die Arbeitswelt ein entscheidender Faktor. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem Menschen ihre geschlechtliche oder sexuelle Identität ohne Angst vor Diskriminierung oder Ausgrenzung leben können.

„Diversität ist kein ‚Nice-to-have‘, sondern ein zentraler Motor für Innovationskraft, die Gewinnung von Fachkräften und die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. Damit Vielfalt mehr ist als ein Lippenbekenntnis, braucht es klare Strukturen, ausreichende Ressourcen, Budgets und verbindliche Verantwortlichkeiten – nicht nur das Engagement einzelner. Führungskräfte tragen dabei eine besondere Verantwortung: Sie müssen als Vorbilder vorangehen, damit Vielfalt im gesamten Unternehmen verankert und gelebt wird“, so Albert Kehrer.

Die komplette Studie zum Download findet Ihr in unserem Shop.

Über die Studie

Die Studie wurde von Oktober 2025 bis März 2026 vom Marktforschungsinstitut Mindline im Auftrag von PROUT AT WORK durchgeführt und ausgewertet – mit freundlicher Unterstützung von Beiersdorf, ERGO und PwC. Befragt wurden rund 2.100 Personen aus Deutschland im Alter von 16 bis 65 Jahren – davon 300 Teilnehmende aus der queeren Community. Alle Teilnehmenden befanden sich in einem Arbeitsverhältnis oder auf Arbeitssuche, da sich die Befragung auf die Arbeitswelt bezieht.

Die Studie wird unterstützt von

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