PROUT EMPLOYER ADAC
„Haltung zeigen, Verantwortung übernehmen und klein anfangen ist besser als abzuwarten – Vielfalt entsteht nicht von selbst, sie braucht bewusste Entscheidungen.“
Christina Tillmann ist seit April 2022 Vorständin der ADAC Stiftung. Deren Mission: sichere, nachhaltige Mobilität und schnelle, wirksame Hilfe bei medizinischen Notfällen. Zudem ist sie Aufsichtsrätin der ADAC SE und Mitglied im Stiftungsrat der Maecenata Stiftung, die sich für eine Stärkung von Demokratie und Zivilgesellschaft einsetzt. Die Politik- und Verwaltungswissenschaftlerin war zuvor in mehreren Führungspositionen bei der Bertelsmann Stiftung tätig, zuletzt als Leiterin des Programms „Zukunft der Demokratie“.
Warum ist es ein Anliegen für Sie, queere
Mitarbeiter_innen zu unterstützen?
Christina Tillmann: Mir ist es ein Anliegen, weil Menschen bei uns im gesamten ADAC sie selbst sein sollen – ohne Angst, Teile ihrer Identität verstecken zu müssen. Nur wer sich sicher und respektiert fühlt, kann sich voll einbringen. Als ADAC tragen wir gesellschaftliche Verantwortung und leben Vielfalt nach innen und nach außen. Vielfalt stärkt, Respekt verbindet und echte Zugehörigkeit ist die Grundlage für Vertrauen und Leistungsfähigkeit – im Arbeitsalltag ebenso wie in der Gesellschaft insgesamt.
Welche Initiativen in Bezug auf Chancengleichheit queerer
Personen am Arbeitsplatz verfolgen Sie in Ihrem Unternehmen?
Christina Tillmann: Wir setzen auf mehreren Ebenen an: Mit dem queeren Netzwerk #Gelbundqueer schaffen wir Sichtbarkeit, Austausch und gegenseitige Unterstützung. Ergänzend fördern wir Sensibilisierungs‑ und Führungsformate zu Diversity & Inklusion, überprüfen regelmäßig unsere Personalprozesse auf Chancengleichheit und positionieren uns klar gegen Diskriminierung. Ziel ist ein Arbeitsumfeld, in dem queere Mitarbeitende gleiche Chancen, Sicherheit und Wertschätzung erfahren.
Was sind die nächsten Schritte, Wünsche und Ziele
für Queer Diversity beim ADAC?
Christina Tillmann: Unser Ziel ist es, Queer Diversity beim ADAC nachhaltig weiterzuentwickeln. Dazu wollen wir #Gelbundqueer weiter stärken, queere Perspektiven noch systematischer in Führung, Personalentwicklung und Entscheidungsprozesse einbinden und die interne Sensibilisierung kontinuierlich ausbauen. Gleichzeitig ist es mir wichtig, Haltung sichtbar zu zeigen: Mit unserer regelmäßigen Teilnahme am CSD München setzen wir ein starkes Zeichen nach innen und auch nach außen.
Wobei erhoffen Sie sich konkrete Unterstützung
von PROUT AT WORK?
Christina Tillmann: Von PROUT AT WORK erhoffe ich mir vor allem Unterstützung beim Empowerment unseres queeren Netzwerkes #Gelbundqueer. Dazu zählen Impulse für Professionalisierung, Vernetzung und Sichtbarkeit sowie der Austausch bewährter Praxis mit anderen Unternehmen. PROUT AT WORK kann helfen, queere Mitarbeitende zu stärken, Führungskräfte weiter zu sensibilisieren und uns als Organisation dabei begleiten, Queer Diversity strategisch weiterzuentwickeln und glaubwürdig zu verankern.
Was würden Sie anderen Unternehmen raten, die
Queer Diversity noch nicht für sich entdeckt haben?
Christina Tillmann: Ich würde raten, Queer Diversity nicht als „Spezialthema“, sondern als Teil einer modernen, zukunftsfähigen und leistungsfähigen Unternehmenskultur zu begreifen. Der erste Schritt ist zuzuhören: den Mitarbeitenden Raum zu geben, ihre Perspektiven einzubringen, und Strukturen ehrlich zu prüfen. Haltung zeigen, Verantwortung übernehmen und klein anfangen ist besser als abzuwarten – Vielfalt entsteht nicht von selbst, sie braucht bewusste Entscheidungen.
Liebe Christina, vielen Dank für das Gespräch!
